
Der Col de l’Iseran – mein Höhepunkt in diesem Sommer. Denn höher hinaus geht es in den Alpen über einen Pass nicht, zumindest nicht auf Asphalt. Doch nicht nur die schiere Höhe ist beeindruckend. Auch landschaftlich ist der Iseran ganz weit vorne. Fotos von Uli (moppetfoto.de), Text von mir, Special Guest: Julia von maedchenmotorrad.de.

Dieser Text über den Col de l’Iseran erschien in der Reihe „Passportrait“ im Magazin MOTORRAD, Europas größter Motorrad-Zeitschrift, Ausgabe 20.2022 (September). Nachstehend ein Auszug davon. Das „Passportrait“ ist eine Kooperation zwischen Uli von www.moppetfoto.de und mir.
Bonneval-sur-Arc, eines der schönsten Dörfer Frankreichs, liegt im äußersten Osten des Departments Savoie am Ufer des namensgebenden Flusses Arc. Die Fahrt von Lanslebourg-Mont-Cenis bis dahin führt durch ein flaches Trogtal mit beeindruckenden Bergflanken zu beiden Seiten. Die Ortschaft besteht zum größten Teil aus mit dicken Steinplatten gedeckten Naturstein-Häusern. Dachstühle, Balkone und Eingangstüren zeigen sich in rötlichem Holz und reich mit Blumen verziert.
Hier beginnt in einer langgezogenen Linkskurve die Straße zum Col de l’Iseran, dem höchsten befahrbaren Pass der Alpen. Er gehört seit 1912 zur berühmten Route des Grandes Alpes und verbindet die Hochtäler des Arc mit dem der Isère. Die über den Pass verlaufende D902 ist nur von Juni bis Oktober befahrbar und auf der Nordseite stark durch den Wintersport geprägt – im Winter werden Teile von ihr als Pisten des gigantischen Skigebiets Espace Killy genutzt.
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Wie bei so vielen Alpenpässen führten auch hier militärische Interessen zum Ausbau eines alten Saumwegs – der Transport von schwerem Material für einen eventuellen Verteidigungsfall in der Grenzregion zu Italien verlangte nach mehr als einem unbefestigten Trampelpfad.
Die durchgehend fehlende Streckenbegrenzung läßt die Fahrt dennoch herausfordernd werden. Zwar kennzeichnen vergilbte Farbflecken die Mitte der Fahrbahn und geben etwas Orientierung, die Blicke werden aber unablässig von der alles einnehmenden, umgebenden Natur abgelenkt – sei es von mächtigen Felsstürzen, die das vom Arc gegrabene Tal wieder verschließen möchten, sei es von den gleisenden Gletschern auf den umliegenden 3000ern oder von den sich im Gelände verlierenden Wirtschaftswegen.
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Diese Rohheit fasziniert – umso mehr verwundert der 50 Meter lange Tunnel, der nicht einfach durch den Fels getrieben und so belassen, sondern aufwändig mit Stein verkleidet wurde. Unmittelbar danach folgt die Pont de la Neige – übersetzt „Schneebrücke“ – als offensichtlich kältester Punkt der Strecke: selbst im Hochsommer bleiben Schneefelder am Ufer des Wildbachs Lenta, der in seinem Oberlauf einen beeindruckenden Canyon geschaffen hat, liegen.
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Der Col de l’Iseran ist der sich zurückhaltende Höhepunkt der Route des Grandes Alpes. Er läßt deren komplette Befahrung aufgrund seiner Höhe und der unberechenbaren Witterung nur für kurze Zeit zu.
Passportrait Col de l’Iseran: Dankeschöns, High-Fives & Links
- Rukka Motorsport
Auf der Fahrt zum und über den Col de l’Iseran taten mir Textilkombi und Handschuhe von Rukka beste Dienste - SW-Motech
Unsere Motorräder waren mit der geräumigen Pro Travelbag Hecktasche und den superpraktischen Pro Enduro Tankrucksäcken von SW-Motech unterwegs - Nolangroup Deutschland
Der geniale X-lite X-1005 Ultra Carbon hat einmal mehr bewiesen: Topp-Helm, in Fahrt und zum Fotografieren - Country Road Alpnach – Zero Zentralschweiz
Vielen Dank, Isa, für die technische Unterstützung und Betreuung der beiden Motorräder! - Comité Régional de Tourisme Provence-Alpes-Côte d’Azur
Un grand merci pour votre précieux soutien !
Bestens dazu passend:
Inside Stilfser Joch: Vor neun, nach vier
Gemeinsam auf das Stilfser Joch
Stilfser Joch – Zähl‘ von 1 bis 10!
Viel Spaß beim Betrachten!






Der Isersan ist einfach der schönste
Du hast diesen Pass gebührend in Szene gesetzt und herrlich in Worte gekleidet. Immer wieder ein Genuss. Liebe Grüße Alex
Danke Dir, Alex, für Deinen Kommentar. Freut mich wirklich sehr!!!
Beste Grüsse aus den Bergen – Jürgen
Wunderbar, wobei so fehlende Fahrbahnränder nicht ohne sind. Zum Glück habe ich keine Höhenangst, aber zu einem Sonnenaufgang in der Nacht möchte da auch nicht unbedingt hochfahren.
Dennoch, Die Gegend bzw generell auch Südfrankrankreich stehen auch noch auf der Liste.
Ich danke Dir!
Wir hatten in der Tat das Vergnügen, nachts in dichtem Regen ins Tal fahren zu müssen – eine spezielle Erfahrung ..
Danke fürs Mitnehmen, ich schwelge selber immer noch in den Erinnerungen an unsere Seealpen-Tour damals: https://kettenritzel.cc/2017/07/24/le-tour-des-grandes-alpes-tag-4-aostatal-bis-briancon/
Dieser Text zum Col de l’Iseran sowie die Fotos machen auf jeden Fall Lust, dort einmal zu fahren. Leider habe ich es bisher noch nie mit dem Motorrad nach Frankreich geschafft – das sollte ich „demnächst“ aber auf jeden Fall einmal in Angriff nehmen.
Eine kleine Anmerkung noch: Es geht in den Alpen sehr wohl höher hinaus, sogar auf Asphalt: Die Ötztaler Gletscherstraße führt mit 2829 Metern zum tatsächlich höchstgelegenen Punkt der Alpen, der via asphaltierter Straße zu erreichen ist.
Hallo Robert,
vielen Dank für Deinen Kommentar! Frankreich ist gefährlich – es macht süchtig!
Danke auch für Deine Anmerkung zur Höhe: ich bezog mich natürlich auf einen Pass, nicht auf eine Stichstraße. Sollte das evtl. nochmals im Beitrag erwähnen.