Traumstraßen: Der Umbrailpass (2503 m)

Ein Moment zum Nachdenken am Umbrailpass
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Der Umbrailpass ist mein eigentlicher Hausberg, noch vor dem Stilfser Joch – denn vom Büro bis zur Passhöhe sind es nur 16 km. Fragt mich nicht, wie oft ich nach der Arbeit den kleinen Umweg über die beiden Giganten genommen habe … Uli Biggemann und ich haben uns den höchsten Pass der Schweiz etwas genauer angesehen. Wie immer: Fotos von Uli (moppetfoto.de), Text von mir.

Das Symbol von MotorProsa: die Füllfeder.

Dieser Text über den Umbrailpass erschien in der Reihe „Passportrait“ im Magazin MOTORRAD, Europas größter Motorrad-Zeitschrift, Ausgabe 23.2024 (Oktober). Nachstehend ein Auszug davon. Das Passportrait ist eine Kooperation zwischen Uli von www.moppetfoto.de und mir.


Viele sehen ihn als leichter zu bewältigender Zubringer zum Stilfser Joch. Doch seitdem er vollständig ausgebaut und asphaltiert ist, ist er mehr als eine Alternative zum italienischen Superstar. Seine Nordrampe ist mit 13 Kilometern relativ kurz, bietet aber zahlreiche Serpentinen und ein großartiges landschaftliches Erlebnis.

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Die Straße zum Umbrailpass beginnt im äußersten Osten der Schweiz, im malerischen Santa Maria Val Müstair.

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Dabei ist für Unterhaltung gesorgt – eng geschnittene Wendungen, die keine zwei Fahrzeuge nebeneinander erlauben, folgen auf weitläufig angelegte, in denen die Orientierung verloren gehen und der korrekte Einlenkpunkt verpasst werden kann.

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Uralte, von Moos und Flechten überzogene Trockenmauern finden sich ebenso wie zweckmäßige Betonwände – hässliche, aber schützende Konstruktionen. Ihnen gegenüber öffnen sich grandiose Panoramen über das Val Müstair bis hin zum Scheitel des Ofenpasses im Talschluss.

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Das Wasser vieler kleiner Gebirgsbäche, die sich aus den Seitentälern drängen, sammelt sich in der Muranzina, der die Straße nun folgt und die sie in mehreren Brücken überquert. Aufmerksame Beobachter entdecken Ruinen von alten Gebäuden, Unterkünfte für Hirten, die im Fels kleben, und wohl auch die Reste ehemaliger militärischer Anlagen.

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Mit zunehmender Höhe öffnet sich linkerhand eine rot gefärbte Schlucht. Sie trägt tiefe Narben von heftigen Geröll- und Lawinenabgängen, ihr gegenüber ragen graue Bergspitzen bis über 3000 Meter in die Höhe.

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Nach 13 Kilometern und 34 Kehren ist die Passhöhe erreicht. Sie hinterläßt einen ruhigen Eindruck, wirkt beinahe verlassen – nur zwei geschlossene Gebäude, eine Einkehr und das durch das Schengen-Abkommen nicht mehr notwendige Schweizer Zollgebäude sowie ein InfoPoint, der die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs in diesem Landstrich dokumentiert, stehen hier.

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Dankeschöns,
High-Fives & Links zum Umbrailpass

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