
Die Versuchungen der Künstlichen Intelligenz sind mittlerweile allgegenwärtig, das Erschaffen von Content so einfach wie nie zuvor: Idee prompten, paar Sekunden warten – voilà! Geht via Agent sogar vollautomatisch, im Stundentakt.
MotorProsa aber widersteht und bleibt Handarbeit.

Ein
Statement
Ich schreibe selbst – immer.
Denn die KI fährt nicht Motorrad.
Und noch beim Schreiben fällt mir auf: Dieses „immer“ ist ein großes Wort. Denn auch wenn Füllfeder, Kugelschreiber und Notizbuch meine liebsten Werkzeuge sind, mag ich auf Tools aus dem KI-Dunstkreis – und eine ordentliche, digitale Rechtschreibprüfung ist nun mal nichts anderes – nicht mehr verzichten. Ich habe einen gewissen qualitativen Anspruch an meine Texte und ich erlaube mir nicht, sie ungeprüft online zu bringen.
Das ist auch bei meinem Bildmaterial so. Ich fotografiere im RAW-Modus (hier gibt es Einblicke in meine Fotografie), entwickle und optimiere also jedes einzelne Foto, bevor es online geht. Aktuelle Tools entfernen z. B. Staub und Kratzer nahezu in Echtzeit – diese Zeitersparnis nehme ich gerne mit. Letztendlich unterscheidet sich das per KI-Unterstützung optimierte Bild dann ohnehin nur in Nuancen von dem von Hand retuschierten Bild.
Ein
Widerspruch?
Der Einwand, dass Deepl, Adobe Lightroom und ähnliche Tools auch künstlich intelligent sind, ist natürlich berechtigt. Doch zwischen dem Korrigieren eines Textes und dem vollständigen Generieren einer Geschichte liegt ein wesentlicher Unterschied.
Angesichts dessen, was mit KI mittlerweile möglich wäre, kratze ich mit meinem Vorgehen nicht mal an der Oberfläche des praktisch-automatischen Schreibens. Und dann sind da noch die Themen Authentizität und Echtheit – und ein LinkedIn-Zitat meines geschätzten Kollegen Matthias Göbel:
Immer wieder wird die falsche Frage gestellt: KI-generiert oder nicht? Die Frage muss immer lauten: Ist der Inhalt echt oder nicht? Und „echt“ bedeutet journalistisch: wahr und vertrauenswürdig. Und das kann er mit oder ohne KI sein. Was nützt ein rein menschgemachter Artikel mit Urheberrecht, der inhaltlich falsch und vielleicht auch noch schlecht geschrieben ist?
Matthias Göbel
Inhaltlich Falsches sollte sich auf MotorProsa nicht finden lassen. Überzeichnungen und nicht ganz ernst gemeinte Passagen hingegen verstecken sich nicht. Die Qualität meiner Texte schätzt die KI übrigens so ein: „Vertrauenswürdige persönliche Reise- und Motorraderzählungen mit hohem Authentizitätsanspruch“. Ja, cool – auch wenn’s von einer Maschine kommt.
Von Hand
geschrieben
Für „echt“ lege ich meine Füllfeder ins Feuer. Mit ihr halte ich Gedanken, die mir unterwegs in den Sinn kommen, fest. Später, beim Nachlesen und Transkribieren, wird Kopfschüttelndes gern zu Satire und Aufregendes auch mal zu einem lauteren Rundumschlag. Und natürlich: Wenn ich inspirierende Menschen kennenlernen durfte, ist es mir eine Freude, sie zu porträtieren. MotorProsa gibt es also immer zweimal: handgeschrieben und digital.

Die Nutzung von Textgeneratoren lehne ich auch deshalb ab, weil sie Texte erzeugen, ohne selbst erlebt zu haben, wovon sie erzählen. Sie können in Sekundenschnelle etwas Wahrscheinliches produzieren, das wie menschliche Sprache klingt. Aber eben – nur klingt. Das mag sich innerhalb kürzester Zeit ändern, aber selbst wenn eine KI irgendwann kreativ erscheinen kann, wird sie trotzdem nie selbst Motorradfahren.
Meine Texte brauchen Zeit: Sie müssen sich sammeln, überarbeitet, gekürzt und gelegentlich auch verworfen werden. Erst wenn sie nicht mehr zicken, mag ich sie herzeigen. Ich glaube, nur so nähern sie sich der Wahrscheinlichkeit, „gerne gelesen“ zu werden. Zwischen einem Gedanken, einer Idee und einem fertigen Text liegen bei mir oft Wochen. Ganz im Sinne von Wolf Schneider:
Beim Text muss sich einer quälen, der Absender oder der Empfänger.
Wolf Schneider
Besser ist, der Absender quält sich.
Diese auslösenden Gedanken entstehen nicht am Schreibtisch, sondern immer zwischen Serpentinen, in Schräglage, auf Passhöhen oder bei einem Kaffee, irgendwo. Und wenn dann eine Idee schließlich laut genug wird, gleitet meine Füllfeder über Papier.

(Foto: Moppetfoto.de)
Ich brauche wache Augen und eine Straße, die mich auf neue Gedanken bringt. Denn MotorProsa beginnt nicht mit einem Prompt, sondern mit einem Erlebnis.
